G(r)ummela Viste oder der BSC Linden und das Meer

Nach vielen Jahren ohne Sommerfreizeiten ging es in diesem Jahr für zwölf Jugendliche und zwei Erwachsene vom 5. bis 12. August auf die Nordseeinsel Langeoog. Nach einer reibungslosen Anreise mit Bus, Bahn, Schiff und zu Fuß wurden wir im Zeltlager der Sportjugend Niedersachsen freundlich begrüßt. Nicht nur wir waren im Zeltlager zu Gast, sondern zwei weitere Vereine nutzen die Sommerferien, um ein wenig Seeluft zu schnuppern. Nach dem Einrichten der Zelte ging es direkt das erste Mal an den Strand. Am Abend durften wir das erste Mal am mythischen „Grummeln“ teilnehmen, um den Wettergott zu huldigen und um schönes Wetter zu bitten. Doch dazu später mehr…

Den ersten Vormittag (Sonntag) auf der Insel haben wir am Strand verbracht und in zwei Teams Strandspiele gespielt. Angefangen haben wir mit einer Form von Vier-Gewinnt. Danach haben wir in den Teams gegeneinander Sandburgen gebaut, wobei es auch erlaubt war, die Sandburg des gegnerischen Teams zu zerstören. Gewonnen hat das Team, das am Ende der Spielzeit die größte Burg hatte. Natürlich gewannen die Mädchen! Am Nachmittag ging es dann zu einer geführten Wattwanderung. Hier erlebten wir, von einem originellen Wattführer geleitet, über anstrengende Fragen und Watt-Yoga bis hin zu der anschießenden Wattschlacht eine Menge lustiger Dinge.(Mara&Enrico)

Am Montag haben wir das schöne Wetter ausgenutzt und uns einen entspannten Tag am Meer gemacht. Bevor wir allerdings Richtung Strand aufbrechen konnten, mussten wir zuerst die Lagerdienste verrichten. Dies bedeutete, wir mussten bei den Mahlzeiten helfen, Müll sammeln und das Waschhaus putzen. Im Anschluss konnten wir dann endlich ans Meer, wo wir die Nordsee unsicher machten und uns die Schlickreste vom Vortag aus den Ohren wuschen. Zum Mittagessen mussten wir dann kurz ins Lager, doch nur wenig später zog es uns erneut ans Wasser, wo wir aufgrund der eingetretenen Ebbe zwar nicht mehr baden konnten, uns die Zeit aber trotzdem ganz gut vertrieben haben. Wir aßen Milchbrötchen, unterhielten und sonnten uns und schauten den Jungs bei einem, wegen des Windes zum Scheitern verurteilten, Volleyballmatch zu. Zudem entdeckten Tobi, Paul, Enrico und Daniel ihre Leidenschaft fürs Sandlöcher buddeln und übten diese auch solange aus, bis Mara bis zur Hüfte in einem der „Meisterwerke“ verschwinden konnte. Und da es natürlich zu schade gewesen wäre, die mit Mühe und Fleiß gegrabenen Löcher einfach so zuzuschütten, wurden sie kurz nach ihrer Fertigstellung dazu genutzt, um Mara im Sand zu vergraben und ihr daraufhin einen wunderschönen aus Sand gebauten und mit Muscheln verzierten Meerjungfrauenschwanz an den noch freiliegenden Teil ihres Körpers zu setzen. Jojo erfuhr ein ähnliches Schicksal, denn als sie versehentlich mit einem Bein in das verbliebene Sandloch rutschte, nutzte der Rest der Gruppe ihre erneute Chance und ließ zum zweiten Mal eines ihrer Mitglieder im Sand verschwinden. Dieses Mal zeigten sie aber weniger Gnade und verbuddelten ihr Opfer bis zum Hals im Sand. Am Abend feierten wir mit den anderen beiden Gruppen aus Rüthen/Werl und Mörsfelden am Strand ein Holifestival. Hierbei wirft man zur Musik Farbpulver in die Luft oder auf auch andere Teilnehmer. Anschließend gingen wir alle nochmal ins Meer um einen Großteil der Farben schonmal wieder abzuwaschen. Es war ein toller Tag. (Johanna&Paul)

Der Dienstag hat eigentlich ganz normal angefangen. Wir sind aufgestanden, Daniel und Jojo haben sich gegenseitig geärgert, Philip hat mal wieder an Daniel rumgemeckert und Lukas war, wie gewohnt, schweigsam. Man konnte zwar ein paar Frustrationen bei einer Person beim Werwolf spielen erkennen, aber die darauffolgende Fahrradtour in den Ort hat die Stimmung auf ein gutes Level angehoben. Nach Ankunft in der Stadt, hat das Team des BSC Linden den „unglaublich großen und imposanten“ Leuchtturm (a.d.R. es ist ein Wasserturm) der Insel begutachtet. Nach diesem prägenden Ereignis besuchten wir hungrig den örtlichen Supermarkt. Dort teilten wir uns dann auf und durften eine Stunde in Kleingruppen von mindestens drei Personen die Stadt selbstständig erkunden. Zwei Teilnehmer nutzten die Chance und liefen, getrennt von den anderen, direkt den Betreuern in die Arme, was ihnen einen zusätzlichen Waschhausdienst einbrachte. Nach anfänglichen Berufungsversuchen haben die Verurteilten sich schließlich ihrem Schicksal ergeben. Im Anschluss fuhren alle gemeinsam in den Wald, um einen geeigneten Platz für das allseits beliebte Geländespiel „Stratego“ zu finden. Nach anfänglichen Uneinigkeiten wurde dann doch ein, wenn auch nicht ganz optimaler Platz, für das Spiel gefunden und wir spielten zwei Proberunden. Später wurde die zweite Runde durch beginnenden Regen abgebrochen und alle fuhren zurück ins Lager. (Daniel&Maike)

Am Mittwochmorgen haben wir eine Fahrradtour zu einem Kutter gemacht, der „Möwe“ hieß. Manche Teilnehmer fanden diese Tour aufgrund des Gegenwindes sehr anstrengend. Die anschließende Kutterfahrt war sehr interessant, weil wir viele kleine süße Seehunde gesehen haben. Nachdem wir die Seehundbänke besucht haben, hat der Kutter auch noch einige Krebse, Krabben und Fische gefangen. Die Fische sind leider direkt dem Stress erlegen, während wir die Krabben hinterher selber pulen und essen konnten. Selbst Jojo wurde von den anderen dazu überredet sie auch einmal zu probieren, was ihre Meinung zu Meeresfrüchten aber nicht änderte. Nach einer weniger anstrengenden Rückfahrt machten wir eine wunderschöne Schnitzeljagd und verbrachten den Abend mit verschiedenen Spielen. (Lena&Lukas)

Am Morgen des 10.8. erwachten wir erneut mit zugesperrten Zelten. Diesmal waren es keine Kabelbinder, wie am Vortag, sondern sie waren mit Jojos Schlick-T-Shirts zugeknotet. Beim Frühstück wurden wir dann von einem uns bisher unbekannten Geburtstagslied inspiriert, das unserer Küchenfrau „Moni“ galt. Nach unseren Lagerdiensten konnten sich einige tanzbegabte von uns bei der Rüthener Tanzgruppe mit neuen Tänzen brüsten und haben derbe beeindruckt. Alle fanden es toll! Das Mittagessen blieb durch die langersehnte Lasagne und eine neue Sitzordnung, durch die wir die anderen Gruppen besser kennenlernten, in Erinnerung. Danach hat sich unsere Gruppe entzweit: Während die einen mit den anderen Gruppen Stratego im Lager spielten, was zu showreifen Stunteinlagen mehrerer Beteiligter führte, war eine kleine Gruppe mit Jenny zu einem Strandausritt aufgebrochen. Der Abend fand dann einen gemütlichen Ausklang in einer Partie „Aktivity“. Leider mussten wir Jenny kampflos den Sieg überlassen, da wir sonst noch sehr, seeeeehr lange dort gesessen hätten… Schließlich sind wir nach dem allabendlichen „Grummeln“, bei dem wieder nur Philip den kompletten Text konnte, in unseren Schlafsäcken versunken. (Inga&Philip)

Freitagmorgen regnete es. Daher blieben wir bei den Zelten und spielten „Werwolf“ und „Wer bin ich?“, statt, wie geplant, zum Strand zu gehen. Nach dem Mittagessen hatte der Regen aufgehört und wir fuhren in die Stadt. Dort spielten wir erst im nahegelegenen Wald „Stratego“. Anschließend ging es, um den Dreck wieder abzuwaschen, ins örtliche Meerwasserschwimmbad. Zu Stärkung gab es danach für alle Pizza und Burger. Den Abend verbrachten wir in einem Tipi, welches zum Lager gehörte, am Lagerfeuer mit Stockbrot und Marchmallows. Da Philip am folgenden Tag Geburtstag hatte, feierten wir in diesen rein. Gegen ein Uhr verschwanden wir alle dennoch in den Zelten. (Ariane&Hendrik)

Der Abreisetag sollte nochmal spannend werden. Nachdem wir im strömenden Regen gepackt hatten und unser Gepäck schon unterwegs zum Festland war, stellten Jenny und Tobi fest, dass unsere Rückfahrtickets für die Fähre im den bereits abgeholten Taschen waren. Während alle anderen dann schon einmal im Regen zum Anleger liefen (5 km!), musste sich Jenny um die Tickets kümmern, was ihr zum Glück auch gelang und ihr den Lauf durch den Regen ersparte. Am Festland angekommen, ging es dann in deinem überfüllten Bus nach Oldenburg, wo wir wie geplant knapp den Anschlusszug erreichten. Dieser brachte uns nach Leer in Ostfriesland. Hier hatten wir 90 Minuten Aufenthalt, den wir in einem örtlichen Schnellrestaurant überbrückten. Als endlich unser letzter Zug, der uns in die Heimat bringen sollte, kam, waren die Seufzer der Jugendlichen am lautesten.

Trotz aller Strapazen konnten wir dennoch, nach neun Stunden Rückreise, ein sehr positives Resümee über die gesamte Woche ziehen. Alle zwölf Teilnehmer uns unsere zwei Betreuer waren begeistert von den Tagen auf Langeoog und freuen sich auf das nächste Mal. (ts)